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| Home - Japan und China - Geschichte - Meiji-Periode (1868-1912) |
| Japan-Geschichte: Meiji-Periode (1868-1912) | ||||||
1867/68 fand die Tokugawa Ära in der Meiji Restauration ihr Ende. Der Kaiser Meiji zog von Kyoto nach Tokyo, die die neue Hauptstadt Japans wurde. Seine kaiserliche Macht wurde wiederhergestellt. Die eigentliche Macht lag aber in den Händen einer Gruppe von Adligen und ehemaligen Samurai. Das neue Japan war fest entschlossen, den Rückstand zu den westlichen Mächten auf den Sektoren Wirtschaft und Militär wettzumachen. Drastische Reformen wurden in fast allen Gebieten durchgeführt. Die neue Regierung wollte aus Japan einen demokratischen Staat im westlichen Stil machen. Die sozialen Abgrenzungen der Edo Periode wurden allmählich abgebaut. Die Samurai gingen dabei als Verlierer hervor, da sie alle ihre Privilegien verloren. Die Reformen beinhalteten auch die Einführung von Menschenrechten, sowie die Religionsfreiheit, die 1873 ausgerufen wurde. Um die neue Regierung zu stärken, mussten die ehemaligen Daimyo (Feudalherren) all ihr Land dem Kaiser übergeben. Dieser Prozess wurde 1870 abgeschloßen und wurde gefolgt von der Neustrukturierung Japans in Präfekturen. Das Schulsystem wurde nach dem französischen und später deutschen System reformiert. Es wurde eine obligatorischer Grundausbildung eingeführt. Nach etwa 10-20 Jahren intensivster westlicher Modernisierung, fand ein Wiederaufleben von konservativen, nationalistischen Gefühlen statt: konfuzianistische und shintoistische Prinzipien, und das religiöse Verehren des Kaisers wurden an den Schulen stärker betont. Das Aufholen auf dem militärischen Sektor war natürlich eine hohe Priorität der Regierung in einer Ära des europäischem und amerikanischen Imperialismus. Wie viele asiatische Völker wurden auch die Japaner dazu gezwungen, unausgeglichene Abkommen mit den westlichen Mächten zu schließen. Die allgemeine Wehrpflicht wurde eingeführt, und eine neue Armee wurde nach dem preußischen, und eine neue Marine nach dem britischen Modell aufgebaut. Um die fast vollständig landwirtschaftliche Wirtschaft der Edo Periode in eine entwickelte, industrielle Wirtschaft zu wandeln, wurden viele Leute ins Ausland geschickt, um die westliche Wissenschaften und Sprachen zu erlernen. Viele ausländische Experten wurden auch nach Japan geholt. Die Kommunikations- und Transportnetze wurden hauptsächlich durch staatliche Investionen verbessert. Die Regierung unterstützte viele Firmen und Industrien direkt durch Subventionen, vor allem die grossen, mächtigen Geschäftshäuser (Zaibutsu). Hohe Ausgaben führten um 1890 zu einer Finanzkrise, welche von einer Währungsreform und der Gründung der Bank von Japan gefolgt wurde. Die Textilindustrie wuchs am schnellsten und blieb die größte japanische Industrie bis zum 2.Weltkrieg. Die Arbeitsbedingungen waren in den ersten Fabriken sehr schlecht, aber entstehende sozialistische und liberale Bewegungen wurden von der regierenden Clique (Genro) bald unterdrückt. Auf dem politischen Sektor erhielt Japan 1889 seine erste Verfassung nach europäischem Stil. Ein Parlament, der Diet wurde eingerichtet, aber der Kaiser blieb der Souverän des Landes: er stand an der Spitze von Armee, Marine und der Exekutive und Legislative. Die Clique (Genro) behielt die effektive Kontrolle aber inne, während der intelligente und fähige Kaiser Meiji praktisch alle Ihrer Taten unterstütze. Politische Parteien gewannen noch keine wirkliche Macht infolge Abwesenheit von Einheit unter deren Mitglieder. Interessenskonflikte in Korea zwischen China und Japan führten 1894-95 zum ersten Chinesisch-Japanischen Krieg. Japan schlug China, erhielt Taiwan, wurde aber von den westlichen Mächten dazu gezwungen, einige andere gewonnenen Territorien wieder abzugeben. Diese Handlung veranlaßte die Japaner, die Aufrüstung ihrer Streitmächte weiter zu beschleunigen. Neue Interessenskonflikte in Korea und der Mandschurei, diesmal zwischen Rußland und Japan führten zum Russisch-Japanischen Krieg 1904-05. Die japanische Armee ging auch aus diesen Krieg als Sieger hervor und gewann neben etwas Territorium schließlich auch internationalen Respekt. Japan verstärkte darauf auch seinen Einfluß in Korea und annektierte das Land im Jahr 1910. In Japan verursachten die militärischen Erfolge eine weitere Stärkung des Nationalismus, aber auch andere asiatischen Nationen gewannen etwas an nationalem Selbstbewußtsein. Im Jahr 1912 starb der Kaiser Meiji und die Ära des Genro ging dem Ende entgegen. |
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