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| Home - Japan und China - Geschichte (Übersicht) - Der Tenno - ein Gott auf Erden |
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Japan-Geschichte: Der Tenno - ein Gott auf Erden |
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Eine Erzählung begründet das Kaisertum Der erste Kaiser im Land der aufgehenden Sonne trug den Namen Jimmu. So berichten es die Nihon Shoki, die "Japanischen Annalen", verfasst etwa um 720. Dieser Jimmu, so berichtet der Mythos weiter, baute seine Residenz in Yamato auf der Hauptinsel Honshu. Dorthin kam er von der Südinsel Kyushu, wohin sein Großvater
Ninigi direkt vom Himmel herab gestiegen war. Von dort her schickte ihn
nämlich seine Großmutter. Diese war nicht weniger als Amaterasu,
die Sonnengöttin selber. Bezeugt wird diese Abstammungslinie durch
den Besitz des "heiligen Spiegels", verwahrt im berühmten
Schrein von Ise. Wie es zum Kaisertum kam Göttliche Ahnen - das beanspruchten schon die Clans, die sich etwa im 2./3. Jahrhundert in Japan bildeten. Die Stämme konkurrierten miteinander; Stammesführer an der Spitze von Stammesverbänden wurden zu lokalen Herrschern, die einen unerbittlichen Kampf um die Vorherrschaft führten. Schließlich kristallisierte sich eine Führungsmacht heraus: der Yamato-Staat (etwa da, wo heute die Präfektur Nara und die Stadt Kyoto im Süden der Hauptinsel Honshu ist), ein Zusammenschluss gleichberechtigter Clans. Ihr gewählter Herrscher stammte aus einem der vielen mächtigen Geschlechter, dem Tenno-Clan. Das Leben bei Hofe Zu der Zeit, in der auch die Nihon Shoki verfasst wurden, begann sich der Kaiserhof zu verändern: der Hauptaugenmerk der Kaiser verschob sich hin zu den Riten und Zeremonien, die er als Oberpriester der japanischen Ur-Religion, des Shinto, wahrzunehmen hatte. Die konkreten Staatsgeschäfte nahmen die Vertreter anderer mächtiger Sippen wahr. Die Zeit um die erste Jahrtausendwende etwa war bestimmt von Fujiwara Michinaga. Der Fujiwara-Clan besaß eine gesunde Machtbasis: mehr Reisfelder als alle anderen Familien nannte er sein eigen. Neben dem Reichtum aus dem Reisanbau kommt ein zweites Standbein dazu, welches sich im ersten Augenblick kurios anhört: das Recht, weibliche Nachkommen mit den Angehörigen der kaiserlichen Familie zu verheiraten. Aber daraus entstand ein ganz eigenartiges System der Vererbung der
Macht. Für den Kaiser regierte der Regent, der aus der Familie der
Frau - und damit eben der Fujiwara - stammte. Fujiwara Michinaga selber
besaß kein offizielles Amt, aber, abgesehen davon, dass viele Adelige
ihm ihre Stellung verdankten, war er der Großvater des Kaisers,
wie auch des Kronprinzen und der drei Kaiserinnen und der Vater des Regenten. Kenntnis davon geben uns vor allem zwei Werke der Literatur: zum einen das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonugon (um 1000), in dem sie ihre Beobachtungen am Hofe mitteilt und sich ganz eigene Gedanken zum höfischen Leben macht. Zum anderen ein Buch, das man den ersten Roman Japans nennen könnte: die Geschichte vom Prinzen Genji, die Erzählungen um einen erfundenen Prinzen, dessen Fülle von Details ganz bestimmt auf damalige Ereignisse am Kaiserhof zurückgeht. Eigentlich besitzt dieses Buch keinen durchgängigen Handlungsstrang,
es verbindet lose zahlreiche Liebeswerbungen, - abenteuern und -tragödien
durch die Figur des Prinzen Genji. Überliefert ist, dass das Buch
bei den Zeitgenossen und -genossinnen äußerst beliebt war. Nach dieser Blütezeit (sie wird als Heian-Zeit bezeichnet) mit dem absoluten Mittelpunkt Kyoto begann die Macht abzufließen hinaus in die Provinzen. Das System mit dem Kaiser, dem Hofadel und den Untertanen, fügt sich nicht mehr, das Über-, Unter- und Nebeneinander von Rängen, Ämtern und Funktionen scheint seine Bestimmung zu verlieren. Der Hofadel (Kuge) verliert an Einfluss. Eine neue Macht formiert sich, um dieses Vakuum zu füllen. Paradoxerweise
waren die ersten Verdienste des mächtiger werdenden Schwertadels
(Buke) in diesem Zusammenhang der Schutz des Kaiserhauses gegen seine
Widersacher. |
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